Gedenkstättenbesuch in Esterwegen: Jahrgang 13 setzt sich mit regionaler Geschichte auseinander

Wie jedes Jahr hat sich der Jahrgang 13 in Begleitung von Frau Wessendorf und Frau Leggedör auf den Weg zur Gedenkstätte Esterwegen gemacht. Der Besuch ist fester Bestandteil des Schuljahres und findet i.d.R. nach den Herbstferien mit dem Abiturjahrgang statt.

Die Gedenkstätte in Esterwegen setzt sich mit der Geschichte der 15 Emslandlager, in denen während der Zeit des Nationalsozialismus zehntausende Menschen inhaftiert waren,  auseinander und hält die Erinnerung in ihre Inhaftierten und Opfer lebendig. Esterwegen war eines der ersten Konzentrationslager des NS-Regimes. Für unsere Lernenden ist es besonders eindrücklich, dass diese Geschichte nicht in weiter Ferne, sondern direkt vor der eigenen Haustür stattfand. Bei einem Rundgang über das Gelände und durch die Ausstellung setzten sie sich mit den Schicksalen der Häftlinge und den Mechanismen von Unterdrückung und Gewalt auseinander.

Sonderausstellung „Picturing the Unimaginable“

Ein Höhepunkt des diesjährigen Besuchs war die Sonderausstellung „Picturing the Unimaginable“. Sie zeigt die Ergebnisse eines länderübergreifenden Projekts, bei dem zehn Künstlerinnen und Künstler aus den Niederlanden, Deutschland und Belgien Geschichten aus Konzentrationslagern als Graphic Novels erzählen. Das Medium Comic verdichtet das Unvorstellbare und macht es auf eine ganz eigene Weise erfahrbar.

Für unsere Schülerinnen und Schüler hatte die Ausstellung einen besonderen Bezug: Ein Thema war das Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden, dessen Gedenkstätte die Lernenden bereits in der 10. Klasse besucht haben. So konnten sie an ihre damaligen Eindrücke anknüpfen und ihr Wissen vertiefen.

Der Besuch regte zum Nachdenken an. Er zeigte einmal mehr, wie wichtig es ist, Erinnerung wachzuhalten und Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.

Eindrücke unserer Schülerinnen und Schüler

„Bei unserem Besuch in Esterwegen konnten wir uns unter anderem durch die Führung über das Lagergelände ein tieferes Verständnis und eine genauere Vorstellung von den damaligen Umständen verschaffen. Diese Eindrücke prägen uns und zeigen, wie relevant diese Geschichte bis heute ist. Der Besuch wird noch lange nachwirken, und wir können jedem empfehlen, sich mit der Geschichte der Emslandlager auseinanderzusetzen.“ 

(Lea Röckers)

„Besonders eindrucksvoll waren die historischen Überreste im Innen- und Außenbereich, etwa die Ruinen von Denkmälern, die Lagerstraße oder Teile der Barackenwände. Im Außenbereich ließ sich gut nachvollziehen, wie das Konzentrationslager aufgebaut war. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin vertiefte all das mit Geschichten, Zeitzeugenberichten und Bildern. So wurde uns noch klarer, welche Qualen und welchen Terror die Inhaftierten aushalten mussten und wie wichtig es ist, nicht zu vergessen, wie schrecklich das NS-Regime gehandelt hat.“

(Maik Bruns) 

L. Leggedör